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in Englisch
/ 176 Seiten / $ 49,50
The first descriptions, the first portraits
Sloughi in the Arts, Literature, Paintings, Sculptures
Sloughi Legends
The First breeders in the Netherlands, Germany and France
Sloughis in the Countries of Origin
Sloughis in Racing and Coursing
Sloughi and Other Huntings breeds.
The First Standards in France, Germany and the Netherlands.
100s of illustrations, photos and engravings
Fabulous 19th century artwork in color
Texts from France, Germany and the United Kingdom
Original standards and their translations into English
Herausgeber:
M. Dominique Crapon de Caprona
Kontakt:
http://sloughi.tripod.com/sloughinet/sloughibook.html
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M.-Dominique Capron de Caprona
The Sloughi 1852 – 1952
Buchbesprechung von Gabriele Schröter
Der äußere Eindruck ist immer der erste, und der ist bekanntlich
entscheidend – aber auch bei einem Buch? Es könnte doch aussen schön und
inhaltlich nichtssagend sein? Richtig, könnte, muss aber nicht. Und
schon gar nicht bei einer Autorin, die sich mit der von ihr behandelten
Materie so gut auskennt wie diese. Das Buch von Bildbandgrösse hat 178
Seiten und 189 Abbildungen, meist Schwarzweiss-Photos, aber auch farbige
Wiedergaben künstlerischer Darstellungen. Jedes der zehn Kapitel wird
dabei von Bleistiftzeichnungen der Autorin eingeleitet, was leider nicht
durch eine Signatur ersichtlich ist, sondern nur im 'Kleingedruckten'
auf Seite 4.
Schon die Überschriften dieser Kapitel geben Auskunft darüber, worauf
das Hauptaugenmerk in diesem buch liegt: von 10 Kapiteln beginnen vier
mit 'The First…', 'Die ersten…' Es geht Capron de Caprona also um die
Anfänge, die Ursprünge des Sloughis, und zwar in Europa, bzw. der
westlichen Welt.
Sie beginnt mit den ersten Beschreibungen, die erstaunlich weit
zurückführen, da in Büchern des 19. Jahrhunderts z. B. Zitate aus dem
16. Jahrhundert zu finden sind, die
einen afrikanischen Windhund beschreiben (S. 13). Im Frankreich
des 19. Jahrhunderts, das ja politisch in Nordafrika verankert war, sind
aber die meisten Beschreibungen aus dieser Zeit zu finden, im frühen 20.
Jahrhundert verlagert sich der Schwerpunkt z. T.
in die Niederlande, wo der
Sloughi aber auch mit dem 2. Weltkrieg verschwindet und erst danach
mühsam wieder als Rasse aufgebaut wird.
Das Kapitel 'Erste Porträts' weist Ähnliches auf. Hier zeigen frühe
Photos die Wandlung des Aussehens dieser in Frankreich beliebten Rasse,
die häufig als 'Arabischer Windhund'
bezeichnet wird. Aber auch ein preussischer Prinz erscheint mit
einem – zumindest Sloughi-ähnlichen – Hund auf einem Photo.
Danach folgen zwei Kapitel über Sloughis in der Kunst: zunächst in der
Literatur, hauptsächlich auch französischer Herkunft, wo
orientalisierende Themen um die Jahrhundertwende in Mode waren. Danach
folgt die bildende Kunst, mit sehr schönen Zeichnungen, Gemälden, viele
weithin noch unbekannt, und vor allem den meisterhaften Skulpturen der 'Animaliers',
der französischen Tierkünstler des 19. Jahrhunderts. Hinreissend schön,
und hin und wieder auch bei uns – zumindest als Nachbildungen – zu
bekommen.
Die zwei Legenden, die die Autorin aufführt, sind zwar sehr seelenvoll
und zeigen die Wertschätzung für den Sloughi in seinen
Ursprungsgebieten, aber sie hätten vielleicht kein eigenes Kapitel
gebraucht, hätten ein Abschnitt in der Literatur sein können.
Es folgt ein weiterer deutlicher Schwerpunkt: die ersten Züchter, wobei
die Niederländer an erster Stelle stehen, gefolgt von Frankreich und
Deutschland. Besonders die alten Photos aus frühen französischen
Zuchtstätten waren, mir zumindest, noch nicht bekannt, auch die
Tatsache, dass Sloughis schon im 19. Jh. auf Ausstellungen in Frankreich
erschienen. Eine Randbemerkung sei mir als 'Mediterranen'-Liebhaberin
bemerkt: auf einer Bekanntgabe der Sieger unter den Windhunden auf einer
Hundeausstellung in Toulouse von 1887 ist auch ein 'Mallorquinischer'
Windhund aufgeführt – nicht etwa als 'Halbwindhund'!
Die Wandlung vom Sloughi, der ein nach hinten geklapptes Ohr zeigt, zu
dem uns heute geläufigen ganz hängend getragenen kann hier deutlich
verfolgt werden.
Den Zuchtstätten der Besatzungsmächte (Italien, Frankreich, Spanien)
in den Kolonien Nordafrikas ist
ein eigenes Kapitel gewidmet 'Sloughis und ihre Ursprungsländer
(Marokko, Tunesien, Libyen)'. Hier findet u. a. auch der bekannte Autor
Xavier Przezdziecki und sein
Engagement dort in Zucht, Ausstellungen und Rennen Erwähnung, dessen
Linie später leider mit Glatthaar-Salukis und Afghanischen Windhunden
gekreuzt worden seien.
Ganz kurz ist wieder das Kapitel über den Sloughi in Rennen und
Coursing, was in Frankreich auch schon früh beliebt wurde, da dort die
Jagd mit Windhunden schon 1844 verboten wurde.
Im Berliner Zoo gezüchtete 'Afrikanische Windhunde' sind offenbar
auch zu Rennen eingesetzt worden, wie ein Text von 1886 beweist.
Unter der Überschrift 'Der Sloughi und andere Jagdhundrassen' werden
nicht nur die Beziehungen zu Greyhound, und Saluki besprochen, sondern
auch zur so genannten 'Dupuy Bracke, wohl einer Sloughi/Pointer
–Mischung, die ein Jäger namens Dupuy aus Frankreich in der ersten
Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgebaut hat.
Abschliessend folgen die ersten Standards, bzw. Standard-ähnlichen
Beschreibungen von 1897 bis zum letzten Vorläufer des jetzt gültigen
FCI-Standards. Eine hochinteressante Zusammenstellung, die zu vielen
Aspekten des Sloughi sehr aufschlussreiche Wandlungen deutlich macht.
Insgesamt haben wir hier einen Überblick über 100 Jahre Sloughi-Geschichte,
einer Zeit riesiger gesellschaftlicher Umwälzungen, denen zum Trotz
dieser Windhund auch in seiner eigentlichen Heimat überlebt und sich
angepasst hat. Vor allem für amerikanische Sloughi-Liebhaber,
in deren Land dieser Hund nicht so bekannt ist und schon gar
nicht seine Geschichte, ist das beeindruckend. Im Epilog bringt die
Autorin auch ihre Sorge zum Ausdruck über die Gefahr die im
Ursprungsgebiet droht, nämlich die Vermischung mit anderen Hunden vor
Ort, da auch dort die Mobilität erhöht ist und Hunde sich begegnen, die
früher nie zusammengekommen wären.
Ihr besonderes Anliegen ist die Auseinanderhaltung der hängeohrigen
Windhunde, die von einigen Züchtern nicht erfolgt, weil sie alle für
eine Rasse halten. Das ist nicht nur von frühen Kynologen bereits
bestritten worden, sondern auch von der DNA-gestützten Wissenschaft des
21. Jahrhunderts, und die Autorin ist schliesslich Wissenschaftlerin.
Ich denke, man kann zusammenfassend sagen, dass ihr zur Unterstützung
dieses Arguments durch geschichtliche, vor allem optische Zeugnisse ein
grosser Beitrag gelungen ist, der in keiner Sammlung eines Sloughi-Interessierten
fehlen sollte.
Bedauerlich ist allenfalls, dass dieses Buch wie so viele andere schöne
und interessante Bücher nur in englischer Sprache zu haben ist, und
wegen der kleinen Auflage naturgemäss nicht ganz billig ist: $ 49,50
bzw. ca € 31,00.
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± © 2007/2008 Deutscher Windhundzucht- und Rennverband ± © Fotos: R Schwab ±© Zeichnungen: G Schröter
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